Schicksale Vertriebener Frauen

zum Beispiel: Hannelore Schulz, Jugendliche (11 Jahre)
geflüchtet im Januar 1945 aus Thorn/Torun (Westpreussen),
für 2 Jahre eingeliefert ins Zwangsarbeitslager Potulitz/Potulice

 

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Eisige Kälte und Angst begleitete die elfjährige Hannelore im Januar 1945, als sie mit den Großeltern auf einem Pferdefuhrwerk aus ihrer Heimatstadt Thorn (Weichsel) vor der schnell vorrückenden Roten Armee flüchten musste. Unterweg sah sie weinende Mütter mit Kinderwagen, erfrorene Babys, tote Pferde.

Nachdem der polnische Staatssicherheits-dienst UB die alten Leute und das Kind aufgriff, wurden sie im Gefängnis von Thorn eingesperrt.

Danach wurde sie im Zwangsarbeitslager Potulice interniert und von den Großeltern getrennt; der Großvater wurde ohne Abschied nach Deutschland transportiert.

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Bei entwürdigenden Untersuchungen des berüchtigten Lagerarzt Cedrowski, entstellt und kahlgeschoren, traf sie viele Mitgefangene, die 4, 13 und 80 Jahre alt waren. Zwei Jahre musste sie dort, ohne jedes gerichtliche Urteil, unter erbärmlichen Bedingungen Küchenarbeit verrichten.

Nur die Solidarität der Mitgefangenen gab der 12jährigen Mut und Kraft. Im Juni 1947 wurde ihr vom polnischen Kreisgericht Bromberg schriftlich bescheinigt, daß sie entlassen wurde "aufgrund des Nichtbestehens eines Vergehens" (siehe unten) .

Im Quarantänelager Löbau erhielt sie einen Umsiedlerpaß und versuchte nun, 4 Jahre fehlende Schulbildung nachzuholen.

als 11jährige 1945
Kreisgericht Bromberg/Bydgoszc , 28. Juni 1947: "Aus dem Lager zu entlassen wegen Nichtbestehens eines Vergehens . . . "
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